Geschichte

Ende der 1980er Jahre wurde die Idee eines internationalen Theaterfestivals für junges Publikum von Stephan Rabl, ehemaliger Direktor und künstlerischer Leiter des DSCHUNGEL WIEN und des SCHÄXPIR-Festival, angekündigt. Die Ursprungsphilosophie beruht darauf, die Vielfalt des Theaters zu fördern, die Anerkennung des Kinder- und Jugendtheater und -tanz innerhalb der darstellenden Künste zu etablieren und somit als gleichwertige Kunstform zu positionieren. 1991 realisierte Stephan Rabl schließlich sein Vorhaben: das Kulturbüro SZENE BUNTE WÄHNE – der Titel steht für Theater – „SZENE“, Vielfalt – „BUNTE“ und Verrücktheit – „WÄHNE“ – wurde initiiert. Entwickelt wurde ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programmangebot im Bereich Kunst und Kultur für junges Publikum in Niederösterreich, vor allem im Waldviertel. Dabei legt das Festival bei der Auswahl der Stücke einen großen Wert darauf, neben dem künstlerisch-inhaltlichen Maßstab, auch einen Fokus auf pädagogisch-vermittelnde Inhalte altersgerecht ab 2+ zu setzen. In den letzten 26 Jahren hat sich das SZENE BUNTE WÄHNE Theaterfestival zu einem der bedeutendsten jährlichen Treffpunkte für Theatermacher_innen aus aller Welt entwickelt, bietet eine Plattform für internationale Projekte und verantwortet vielzählige Eigenproduktionen.

SZENE BUNTE WÄHNE erkannte bei den Theaterfestivals in Niederösterreich, bei denen von Beginn an auch Tanz – vor allem aus den Niederlanden und Belgien – gezeigt wurde, die Stärke dieser Kunstform für ein junges Publikum. Bewegung, der Umgang mit dem Körper, die Musik und die assoziativen Geschichten sind einem jungen Menschen ebenso nahe wie die Vielfältigkeit in der Choreografie. Davon inspiriert, veranstaltete SZENE BUNTE WÄHNE im Jahr 1998 das erste zeitgenössische internationale Tanzfestival für Kinder und Jugendliche in Österreich. Bis heute ist es nicht nur in Österreich, sondern weltweit einzigartig in seiner Konzeption und Durchführung. Auch das Tanzfestival verfolgt den Anspruch, stilistische und thematische Offenheit zu bewahren, um der Bewusstwerdung der Diversität Rechnung zu tragen. Neben der spielerischen Qualität, behandelt es Themen und Fragen, über die auch gerade gemeinsam mit Jugendlichen mithilfe der kunstimmanenten Sprache als nonverbale Ausdrucksform reflektiert wird. Vielmehr als ein Festival, versucht SZENE BUNTE WÄHNE mit seinem Programm eine integrative Teilhabe ohne Ausschlussmechanismen, bei der Altersstufen und Kunstsparten gleichberechtigt behandelt werden.

SZENE BUNTE WÄHNE, als Projekt gegründet und heute eine ganzjährig tätige Kulturorganisation, war Ausgangspunkt für Projekte und Initiativen in der künstlerischen Arbeit für ein junges Publikum. Mit seinem eigenwilligen, unabhängigen und qualitativ anspruchsvollen Programm hat SZENE BUNTE WÄHNE die Entwicklung der heimischen Szene entscheiden mitgeprägt und weiterentwickelt.